|
Ernährung
Es gibt für Katzen verschiedene Möglichkeiten der Fütterung: Nassfutter (Dosenfutter) in allen Preislagen und verschiedenen Qualitäten Trockenfutter, ebenfalls mit breitem Preisspektrum und in verschiedenen Qualitäten Selbst zubereitete Nahrung Barfen, also Rohfleischfütterung
NASSFUTTER Hier unterscheidet man zwischen “Alleinfuttermittel” und “Ergänzungsfuttermittel”.
Ein als “Alleinfuttermittel” deklariertes Futter sollte alle notwendigen Inhaltsstoffe enthalten, so dass eine Ergänzung nicht notwendig sein sollte. Ergänzungsfuttermittel sind nicht als alleinige Nahrung geeignet und sollten nur gelegentlich gegeben werden.
Bei Nassfutter bitte bedenken: Durch geringen Widerstand beim Kauen durch die Konsistenz des NaFu werden sowohl Kaumuskulatur als auch Kiefer und Zähne unterfordert.
TROCKENFUTTER Trockenfutter wird in der Regel als “Alleinfuttermittel” angeboten.
Bei Trockenfutter zu bedenken: Ausreichende Wasseraufnahme muss gewährleistet sein. Da die meisten Trockenfutter beim Fressen im Mund “wie Knäckebrot” zerbröseln oder als ganze Bröckchen geschluckt werden, sind auch hier Kiefer und Zähne meist unterfordert. Folgen können sein: Zahnstein (sollte regelmäßig vom Tierarzt entfernt werden, ansonsten folgen Zahnfleischentzündung (tierärztliche Behandlung erforderlich) und frühzeitiger Zahnverlust. Abhilfe kann hier „Kau-Training“ leisten: Bieten Sie doch 2-3 mal die Woche ein Stück rohes Rindfleisch an, auf dem richtig gekaut werden muss (natürlich sind Fisch, Pute, Huhn auch möglich. BITTE KEIN SCHWEINEFLEISCH!). Es kann einige Zeit dauern, bis Katze dies annimmt, hier ist Beharrlichkeit des Besitzers gefragt, häufig wird das Fleisch irgendwann genommen!
Auf besondere Sorten oder Hersteller möchte ich hier nicht eingehen, ist ein sehr weites Feld, wer sich interessiert, wird in diversen Foren oder auch von den Herstellern Informationen bekommen.
SELBST ZUBEREITETE NAHRUNG Hier gibt es eine ganze Menge richtiger Katzenkochbücher, die Anleitung geben. Wenn die notwendigen Zusatzstoffe wie Vitamine, Taurin, Calcium etc. zugeführt werden, eine gute Möglichkeit, Katzen gesund zu ernähren. Nahrung für Katzen selbst zuzubereiten ist zeitaufwendig, kann aber auch Spaß machen, wenn man sich für dieses Thema interessiert.
BARFEN Auch hier ist die Zusammensetzung sehr wichtig und ausreichende Information dringend erforderlich. Mittlerweile gibt es aber Literatur im Handel und auch in einigen Internet-Shops werden die notwendigen Zusatzstoffe angeboten.
Viele Katzen fressen nur eine Sorte einer bestimmten Marke und sind allem Neuen gegenüber eher abgeneigt oder reagieren mit absoluter Ablehnung. Wie kommt es zu diesem Verhalten? In der Natur lernen die Kätzchen die Beutetiere als Nahrung kennen, die Mutter mit ins Nest bringt. Diese Beute wird von den Jungtieren gefressen, teilweise von der Mutter auch lebendig mitgebracht (Training für die Kittten) und die Jagd genau dieser Beutetiere wird erlernt. Viele Tiere behalten diese Prägung auf eine Haupt-Beute ihr Leben lang bei. Dies ist aus Sicht „der Natur“ auch vernünftig, denn wenn die Mutter den Wurf z.B. auf einem Bauernhof großzieht, in dessen Umfeld viele kleine Nager leben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es in den zukünftigen Revieren der Tiere in der Umgebung auch viele kleine Nager gibt. Je mehr Erfahrung mit verschiedenen Beutetieren die Kleinen sammeln, um so flexibler sind sie später auch in ihrem Jagd- und Fressverhalten.
Katzenaufzucht in menschlicher Obhut: Aus eigener Erfahrung kann ich hier sagen: was die Mutter frisst, fressen die Kleinen auch, selbst wenn alle Sorten angeboten werden: frisst die Mutter nur Trockenfutter, bleiben die Kleinen in der Regel auch bei Trockenfutter. Bevorzugt die Mutter Nassfutter, sind auch die Kitten eher an Nassfutter interessiert.
Empfehlung, um zu feste Fixierung auf ein Futtermittel zu vermeiden: Futtersorten wechseln, wird dies nicht geduldet, untermischen, mit kleinsten Mengen anfangen. Gilt für alle Futtersorten. Selbst Rohfleisch (Rind, Pute, Huhn, Fisch) kann man – ohne zu sublementieren, also ohne Zusatzstoffe zuzufügen, bis 20% der Tagesernährung dazu geben. Immer wieder anbieten, auch wenn es nicht gefressen wird. Es kann einige Zeit dauern, bis ein neues Futter angenommen wird.
Achtung: bei Tieren, die aus gesundheitlichen Gründen Spezialfutter brauchen (Nierendiät, Allergiker etc.) bitte immer erst Rücksprache mit dem Tierarzt halten.
GRUNDSÄTZLICHES Futterzeiten eher flexibel halten (in der Natur gibt es auch keine festen Beutefang- und Fresszeiten). Nicht immer sind Sie pünktlich zum Füttern zuhause, haben vielleicht Besuch oder können die feste Zeit aus anderen Gründen nicht einhalten. Daher: Katze an flexible Zeiten gewöhnen.
Futter und Wasser von einander getrennt aufstellen. In der Natur fressen Katzen ihre Beute eher an geschützten Orten (unter Büschen etc.), Wasser nehmen sie aus Bächen oder Pfützen zu sich (offene Fläche). Trinkbrunnen werden gerne genommen, hier aber auf jeden Fall auf perfekte Hygiene achten! Wahlen Sie das Katzengeschirr so groß, dass Katze nicht mit ihren Schnurrhaaren anstößt. Wählen Sie einen Platz, der gereinigt werden kann, da viele Katzen ihr Futter erst aus den Napf auf den Boden legen und von dort aus fressen. Altes Nassfutter wird meist nicht mehr gefressen. Hier sind Katzen sehr empfindlich. Natürlich gilt für Futter- und Wassernäpfe: immer auf peinliche Sauberkeit achten.
Futter und Wasser sollten auch außer Sichtweite der Katzentoilette(n) stehen. Der Grund versteht sich von selbst. Sie würden ja auch nicht im Bad essen oder trinken.
Zu viel Zusatz zu Alleinfuttermitteln (Vitaminpasten, Vitamin-Leckerlis etc.) sollten Sie vermeiden, hier ist es ähnlich wie bei Menschen: zuviel kann auch schädlich sein, manche Vitamine können auch überdosiert werden.
|